Wilhelm I. Kurfürst von Hessen



Wilhelm I. Kurfürst von Hessen


Inventar Nr.: LM 1962/50
Bezeichnung: Wilhelm I. Kurfürst von Hessen
Künstler: Wilhelm Böttner (1752 - 1805)
Datierung: 1803
Geogr. Bezug: Kassel
Material / Technik: Leinwand
Maße: 77 x 62 x 6 cm mit RSS (Objektmaß)
67,3 x 51,5 cm (ovaler Spiegel) (Bildmaß)
Provenienz:

seit 1962 im Hessischen Landesmuseum nachgewiesen


Katalogtext:
In ovalem Spiegel als Halbfigur nach links gewandt, erscheint Landgraf Wilhelm IX. (1743-1821), der seit dem Reichsdeputationshauptschluss vom Februar 1803 erster Kurfürst von Hessen war. Er trägt den Uniformfrack des ersten Regiments Garde mit Besatzstickerei auf der Rabatte nach neuer Vorschrift (vgl. AZ 177). Die Raupe mit Fangschnur auf der rechten Schulter weist auf den Generalsrang. Um den Hals liegt der hessische Militärverdienstorden, den sein Vater Landgraf Friedrich II. im Jahr 1769 gestiftet hatte. Über dem Rock verläuft die dunkelblaue Ordensschärpe des englischen Hosenbandordens.
Im Hintergrund sind das Herkules-Monument auf dem Karlsberg und der imposante Bau von Schloss Wilhelmshöhe zu sehen, der unter Wilhelms Herrschaft errichtet wurde. Wilhelm hatte unmittelbar nach seinem Regierungsantritt im Jahr 1785 den Architekten Simon Louis du Ry und ab 1788 Heinrich Christoph Jussow mit Plänen für einen Neubau des Schlosses Weißenstein beauftragt. Wie der Vorgängerbau, so ist auch Schloss Wilhelmshöhe, das 1801 fertig gestellt wurde, in seiner Hauptachse auf die Herkulesstatue ausgerichtet. Wilhelms Urgroßvater Landgraf Karl (1654-1730) hatte zwischen 1700 und 1717 das Oktogon mit der Monumentalstatue des Herkules errichten lassen und den Halbgott, der seit der Antike Sinnbild des tugendhaften Helden und in der Neuzeit verbreitetes Symbol staatsmännischer Stärke und Klugheit war, gezielt für seine Selbstdarstellung eingesetzt. Karls Nachfahren griffen in ihren Herrschaftsdarstellungen immer wieder diese mythologische Figur und speziell das Herkules-Monument des Karlsbergs auf.
Im kurhessischen Staats- und Adresskalender von 1804 ist das Bildnis erstmals als Kupferstich vom Hofkupferstecher Gotthelf Wilhelm Weise reproduziert. In der Blattunterschrift ist zwischen den Namen von Böttner und Weise das Jahr 1803 angegeben, so dass man annehmen darf, dass das Porträt 1803 sowohl gemalt als auch gestochen wurde. Neben Weises Kupferstich von 1803 gibt es einen zweiten aus dem Jahr 1806, in dem Wilhelms Bildnis von Lorbeerzweigen eingefasst und von der Kurfürstenkrone bekrönt wird. Außerdem fertigte der kurhessische Hofkupferstecher Heinrich Wilhelm Ritter 1814 einen weiteren Kupferstich nach Böttners Gemälde an. Eine im Format etwas kleinere Gemäldekopie des Porträts, die heute in der Löwenburg im Schlosspark Wilhelmshöhe ausgestellt ist, malte Johann Friedrich Bury (1763-1823) vermutlich um 1806 (MHK, Neue Galerie, Inv. AZ 14).

Knetsch 1928, S. 147f., Nr. 28 (biograph. Angaben); Kat. Kassel 1991, S. 32, Nr. 81 (zu Bury); Stefanie Heraeus, in: AK Kassel 1997, S. 93-98 (zur Herkulesikonographie in Kassel).



Siehe auch:


  1. AZ 14: Porträt Kurfürst Wilhelm I. von Hessen-Kassel


Letzte Aktualisierung: 30.01.2017


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