Kasseler Hofrat Dr. med. Philipp Hunold



Kasseler Hofrat Dr. med. Philipp Hunold


Inventar Nr.: GK 908 (1875/1275)
Bezeichnung: Kasseler Hofrat Dr. med. Philipp Hunold
Künstler: Wilhelm Böttner (1752 - 1805)
Datierung: um 1803
Geogr. Bezug: Kassel
Material / Technik: Leinwand, doubliert
Maße: Umzug NG: 81,5 x 67,0 x 8,0 cm (Objektmaß)
68,5 x 54,5 cm (ovaler Spiegel) (Bildmaß)
Provenienz:

erworben 1929 von dem Kunsthändler Maluvius, Kassel

Beschriftungen: Signatur: bez. u.r. (außerhalb des Ovals): W. Boett pi (abgerieben)
Beschriftung: verso: (Philippu)s Hunold med Dr (natus) Januari 1765


Katalogtext:
Das ovale Halbfigurenbildnis Philipp Hunolds, im Dreiviertelprofil vor einem Landschaftsausschnitt mit bewölktem Himmel, folgt in Bildaufbau und Format dem Porträt Wilhelms I. von Hessen (LM 1962/50). Im Unterschied zum Kurfürsten wendet Hunold sich leicht nach rechts und hat die rechte Hand unter den dunkelblauen Uniformrock mit grauer Besatzfarbe und rotem Futter geschoben. Auf beiden Schultern sind goldene Epauletten mit starken Fransen angebracht und auf der Rabatte goldene Knopflitzen. Unter dem Rock schaut eine weiße Weste mit einem weißen Jabot hervor.
Der aus Kassel gebürtige Philipp Hunold (1765-1808) lebte seit 1776 mit seinem Vater, der Soldat war, in Amerika. Ab 1778 nahm er an den dortigen Feldzügen teil und lernte bei dem Chirurgen Johann Amelung. 1781 wurde er Kompagniechirurg. Im Jahr 1783 kehrte Hunold nach Hessen zurück und trat zwei Jahre später als Kompagniechirurg in das Regiment Jung-Lossberg ein. Ab 1788 studierte er in Marburg Medizin, wo er am 8. Mai 1790 promoviert wurde. Er ließ sich als praktischer Arzt in Kassel nieder; 1791 ist er im Mitgliederverzeichnis der Kasseler Freimaurerloge »Friedrich von der Freundschaft« aufgeführt. 1796 wurde er zum Garnisonsmedicus ernannt. Vermutlich entstand das Porträt um 1803, als Hunold zum Hofrat ernannt wurde und Böttner das in Bildaufbau und Format sehr ähnliche Bildnis des Kurfürsten schuf. Im Vergleich zu anderen Bildnissen Böttners ist Hunolds Gesicht, auf das das Licht fällt, weniger fein modelliert.
Zu dem Gemälde gab es ein Pendantbildnis mit der Gattin des Dargestellten (1875/1276), das während des Zweiten Weltkriegs verloren ging.

Kat. Kassel 1958, S. 34, Nr. 908; Herzog 1967b, o. S. m. Abb.; Kaiser 1976, S. 19; Wörner-Heil 1998, S. 20, Nr. 47.



Letzte Aktualisierung: 25.04.2017


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