Marie Erbprinzessin von Hessen-Kassel



Marie Erbprinzessin von Hessen-Kassel


Inventar Nr.: 1875/823
Bezeichnung: Marie Erbprinzessin von Hessen-Kassel
Künstler: Georges Desmarées (1697 - 1776)
Datierung: um 1752
Geogr. Bezug: Kassel
Material / Technik: Leinwand
Maße: 166 x 121 cm (Bildmaß)
Provenienz:

im Auftrag von Landgraf Wilhelm VIII.


Katalogtext:
Erbprinzessin Marie (1723-1772) erscheint in der traditionellen Herrscherpose als Dreiviertelfigur in einem weißen eleganten Seidenkleid mit einem blauen Hermelinmantel. Dem Betrachter frontal gegenüber mit leicht nach links gewandtem Kopf steht sie vor einem rot gepolsterten Stuhl und einer roten, golddurchwirkten Vorhangdraperie. Mit der Draperie, der Kleidung und dem Kissen im Hintergrund, auf dem die Landgrafenkrone liegt, greift das Porträt geläufige Attribute des prunkvollen, barocken Repräsentationsbildnisses auf.
Marie, Tochter des englischen Königs Georg II., war die erste Gemahlin von Landgraf Friedrich II., mit dem sie seit 1740 verheiratet war. Nach dessen Konversion zum Katholizismus im Jahr 1754 lebte sie zusammen mit ihren drei Kindern von ihm getrennt, seit 1760 in der Grafschaft Hanau-Münzenberg.
Bei dem Bildnis handelt es sich um eine Replik nach einem im Format etwas größeren Gemälde, das Desmarées ebenfalls während seines Aufenthaltes in Kassel gemalt und mit »1752« signiert hat (VSG, Weißensteinflügel, Inv. Nr. 1.1.773). Eine weitere, unbezeichnete Fassung befindet sich im Besitz der Hessischen Hausstiftung im Museum Schloss Fasanerie (Inv. Nr. FAS B 156).
Desmarées war im November 1752 in die Residenzstadt gekommen, wohl durch die guten Beziehungen von Landgraf Wilhelm VIII. zum Hause Wittelsbach, durch die auch der in München tätige Architekt François Cuvilliés (1695-1768) nach Kassel gelangt war. Kurfürst Clemens August von Köln, bei dem Desmarées von 1745 bis 1749 und 1753/54 arbeitete, war als Bischof von Paderborn ein unmittelbarer Nachbar von Hessen-Kassel. Landgraf Wilhelm VIII. beauftragte den Maler »[...] so wohl ihn selbsten, als den Erbprinzen, nebst desselben Frau Gemahlin und drey Prinzen in Oel zu malen [...]« (Lippert 1771, S. 202). Während Desmarées in München einen großen Werkstattbetrieb unterhielt und häufig nicht zu unterscheiden ist, welche Gemälde von ihm und welche von seinen Mitarbeitern stammen, dürfte er in Kassel nur von wenigen Gehilfen unterstützt worden sein. Der Frankfurter Baron Häckel nennt als einen Gehilfen den Kasseler Maler Johann Helferich Cramer.
Ein Bildnis der Erbprinzessin von unbekannter Hand, das sich an Desmarées' Porträt orientiert, gehört ebenfalls zum Kasseler Gemäldebestand (AZ 415).

Lippert 1771, S. 202; Meyer 1894 (nur biograph. Angaben); Bleibaum 1926, S. 54 (zu Desmarées’ Kasselaufenthalt); Hernmarck 1933, S. 97f. u. 201, Nr. 120 (Zweitfassung); Both/Vogel 1973, S. 17 m. Farbabb. (Zweitfassung).



Letzte Aktualisierung: 11.11.2016


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