Die Ruhe auf der Flucht nach Ägypten



Die Ruhe auf der Flucht nach Ägypten


Inventar Nr.: 1875/794
Bezeichnung: Die Ruhe auf der Flucht nach Ägypten
Künstler: Johann Andreas Herrlein (1723 - 1796)
Datierung: um 1780/1785
Geogr. Bezug:
Material / Technik: Leinwand
Maße: Umzug NG: 82,0 x 89,5 x 6,0 cm (Objektmaß)
65 x 72,5 cm (Bildmaß)
Provenienz:

erworben 1816 im Zuge der Eingliederung Fuldas in das Kurfürstentum Hessen

1913 Schloss Wilhelmshöhe

Beschriftungen: Beschriftung: u.l.: rote Nr.: 1874
Beschriftung: verso auf dem Keilrahmen in Bleistift: 1143; Herrlein


Katalogtext:
Eingebunden in eine Landschaftsszenerie mit hohen Laubbäumen und Felsen erscheint die Heilige Familie im Vordergrund an einer Wegbiegung unweit eines antiken Monuments. Die Gottesmutter, in einem roten Gewand mit einem langen blauen Mantel darüber, hat sich auf einem Stein niedergelassen, um Christus zu stillen. Joseph, der mit dem Esel zur Linken Marias steht, beugt sich zu Frau und Kind herüber. Die Figurengruppe ist zwar in der Bildmitte angeordnet und wird durch die Baumgruppe akzentuiert, doch wirken die Personen im Verhältnis zur Natur und zu dem vom rechten Bildrand überschnittenen Bauwerk unbedeutend klein. Auch heben sie sich farblich kaum von der Umgebung ab. Anstelle der Personen ist die Landschaft zentraler Ausdrucksträger.
Das Gemälde ist repräsentativ für Herrleins Spätwerk. Entgegen den biblischen Szenen in seinem Frühwerk, die nach dem Vorbild der venezianischen und süddeutschen Barockmalerei monumental gestaltet sind, malte er in den 1780er Jahren unter dem Eindruck der niederländischen Landschaftsmalerei, wie er sie in Frankfurt kennen gelernt hatte, stimmungsbetonte poetische Landschaften mit religiösen oder profanen Figuren. Durch die Verbindung zu den Frankfurter »Goethe-Malern« dürften ihm auch die Waldlandschaften von Seekatz’ Lehrer, dem Mannheimer Hofmaler Philipp Hieronymus Brinckmann (1709-1760), bekannt gewesen sein und als Anregung gedient haben.


Literatur:
  • Robert, Ernst Friedrich Ferdinand: Verzeichniß der Kurfürstlichen Gemählde-Sammlung. Cassel 1830, Kat.Nr. 1143, S. 181.
  • Aubel, Carl: Verzeichnis der in dem Lokale der Neuen Gemälde-Gallerie zu Cassel befindlichen Bilder. Kassel 1877, Kat.Nr. 924, S. 79.
  • Eisenmann, Oscar: Katalog der Königlichen Gemälde-Galerie zu Cassel. Nachtrag von C. A. von Drach. Kassel 1888, Kat.Nr. 646, S. 375.
  • Vom Rokoko zur Romantik. Kassel 1946, Kat.Nr. 20, S. 6.
  • Johann Andreas Herrlein und die barocke Malerei in Fulda. Fulda 1991, Kat.Nr. 81, S. 132.
  • Heraeus, Stefanie [Bearb.]; Eissenhauer, Michael [Hrsg.]: Spätbarock und Klassizismus. Bestandskatalog der Gemälde in den Staatlichen Museen Kassel. Kassel [u.a.] 2003, Kat.Nr. 52, S. 74-75.


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


Wissenschaftliche Kommentare:

Hier können Sie uns Anmerkungen und Kommentare zu unseren Objekten hinterlassen, die nach Sichtung durch unsere Mitarbeiter allen Lesern angezeigt werden. Gerne können Sie uns dabei auch Ihren Namen und Ihre Institution nennen, es ist aber nicht erforderlich. Sie können uns auch Ihre E-Mail-Adresse mitteilen, die ausdrücklich nur von unseren Mitarbeitern eingesehen werden kann.

Bisher wurden keine Kommentare geschrieben.

Einen neuen Kommentar hinzufügen.




© Museumslandschaft Hessen Kassel 2017
Datenschutzhinweis | Impressum