Frau mit Küchenbedarf



Frau mit Küchenbedarf


Inventar Nr.: GK 645 (1875/661)
Bezeichnung: Frau mit Küchenbedarf
Künstler: Justus Juncker (1703 - 1767)
Datierung: 1750er Jahre
Geogr. Bezug: Frankfurt/Main
Material / Technik: Kupfer
Maße: 18,5 x 15 cm (Bildmaß)
Provenienz:

im 1775 erstellten Inventarium B verzeichnet unter Diemarsches Haus »Réz de Chaussée« (Erdgeschoss des späteren Akademiegebäudes)

1783 u. 1805 Akademiegebäude, Erdgeschoss

unter Jérôme Bonaparte abhanden gekommen

1819 auf einer öffentlichen Auktion wieder aufgetaucht und durch Robert zurück erworben

1863 Schloss Bellevue

1877 Neue Gemäldegalerie

Beschriftungen: Signatur: bez. Mitte r. (auf der Wand): Juncker: fecit
Beschriftung: u.l.: rote Nr.: 914


Katalogtext:
Im Bildaufbau seinem »Lesenden Mann« vergleichbar (1875/658), platziert Juncker hier eine Küchenmagd stehend an einem bildparallel angeordneten Tisch mit einer schweren roten Decke. Den Blick auf den Betrachter gerichtet, weist sie mit dem rechten angewinkelten Arm und dem ausgestreckten Zeigefinger auf die zu einem Stillleben arrangierten Lebensmittel, die durch das Hellrot der Tischdecke und das von links oben einfallende Licht hervorgehoben werden: auf die Blumenkohlköpfe, die beiden toten Tauben und den mit rohem Fleisch gefüllten Korb, auf den sie sich mit der linken Hand stützt. Den Hintergrund nimmt vor einer mittelbraunen Wand ein Holzregal mit einem Zinnkrug und einer Obstschale ein.
Durch die Verwendung einer Kupferplatte konnte Juncker die Farbe besonders fein auf den glatten Bildträger auftragen. Dies fällt besonders bei den minutiös wiedergegebenen Falten des tief ausgeschnittenen Kleides auf, dessen changierende Ocker-Grün-Töne die Figur der Magd in das warme Kolorit ihrer dunklen Umgebung einbinden.
In Causids Katalog von 1783 wird das Gemälde als »Nebenbild« angeführt zur heute nicht mehr vorhandenen »Küchenmagd mit allerhand Küchengeräten und Gartengewächsen auf einem Tische«. Zusammen mit dem Gegenstück hing es in der Kasseler Akademie an der Schönen Aussicht.


Literatur:
  • Causid, Simon: Verzeichnis der Hochfürstlich-Heßischen Gemälde-Sammlung in Cassel. Kassel 1783, Kat.Nr. 33, S. 173.
  • Apell, David von: Cassel in historisch-topographischer Hinsicht. Nebst einer Geschichte und Beschreibung von Wilhelmshöhe und seinen Anlagen. Marburg 1805, S. 211 (Teil 1).
  • Robert, Ernst Friedrich Ferdinand: Verzeichniß der Kurfürstlichen Gemählde-Sammlung. Cassel 1830, Kat.Nr. 823 1/2, S. 136.
  • Parthey, Gustav: Deutscher Bildersaal. Verzeichnis der in Deutschland vorhandenen Ölbilder verstorbener Maler aller Schulen. Berlin 1863/64, Kat.Nr. 21, S. 649 (Bd. 1).
  • Eisenmann, Oscar: Katalog der Königlichen Gemälde-Galerie zu Cassel. Nachtrag von C. A. von Drach. Kassel 1888, Kat.Nr. 610, S. 363.
  • Gronau, Georg: Katalog der Könglichen Gemäldegalerie zu Cassel. Berlin 1913, Kat.Nr. 645, S. 34.
  • Gronau, Georg; Luthmer, Kurt: Katalog der Staatlichen Gemäldegalerie zu Kassel. 2. Aufl. Berlin 1929, Kat.Nr. 645, S. 40.
  • Vogel, Hans: Katalog der Staatlichen Gemäldegalerie zu Kassel. Kassel 1958, Kat.Nr. 645, S. 80.
  • Heraeus, Stefanie [Bearb.]; Eissenhauer, Michael [Hrsg.]: Spätbarock und Klassizismus. Bestandskatalog der Gemälde in den Staatlichen Museen Kassel. Kassel [u.a.] 2003, Kat.Nr. 74, S. 96-97.


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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