Malerei und Bildhauerkunst huldigen Landgraf Friedrich II.



Malerei und Bildhauerkunst huldigen Landgraf Friedrich II.


Inventar Nr.: 1875/820
Bezeichnung: Malerei und Bildhauerkunst huldigen Landgraf Friedrich II.
Künstler: Johann Werner Kobold (1740 - 1803)
Datierung: 1781
Geogr. Bezug: Kassel
Material / Technik: Leinwand
Maße: 67,7 x 81 cm (Bildmaß)
Umzug NG: 79,3 x 92,8 x 5,8 cm (Objektmaß)
Provenienz:

1781 Kunstakademie

1908-1917 Neue Gemäldegalerie

Beschriftungen: Signatur: bez. u.Mitte (am Malkasten): JW. Kobold pinx: 1781.
Beschriftung: auf dem Keilrahmen Klebezettel: 820


Katalogtext:
Nachdem Tischbein d. Ä. um 1778 die »Allegorie auf die Gründung der Kasseler Kunstakademie« (GK 941) ausgeführt hatte, griff Kobold den Typus des Fürstenlobs auf und malte seine Huldigung an Landgraf Friedrich II. als Kunstmäzen. Vor einem graublauen Himmel mit rötlich gefärbten Wolken sitzt in der Bildmitte die Personifikation der Malerei in einem rosa schimmernden Gewand und mit einem transparenten, dunkelblau-weiß gestreiften Tuch um die Schultern. In der Rechten hält sie ein Porträt des Landgrafen empor, mit dem sie ihn als Förderer der Künste vorstellt. Der Malstock in der rechten, Palette und Pinsel in der linken Hand sowie der offene Malkasten im Vordergrund vermitteln den Eindruck, als sei das Bildnis soeben fertig gestellt worden. »Pictura« zeigt es »Sculptura«, die in einem roten Gewand und mit einem graubraunen Tuch um die Hüften neben ihr steht. In strengem Profil nach rechts gewandt, stützt die Personifikation der Bildhauerkunst die rechte Hand auf die Schulter ihrer Schwester, während sie in der linken Hammer und Meißel hält. Flankiert werden die beiden von einer Büste der Minerva, der Schutzpatronin der Künste, sowie von einem Putto in grünem Gewand. Indem der Putto als einzige Person seinen Blick auf den Betrachter richtet, sucht er dessen Aufmerksamkeit auf das Porträt des Landgrafen zu lenken, auf das er auch mit dem rechten Zeigefinger deutet. Der vom linken Bildrand überschnittene Obelisk ist Zeichen der Beständigkeit und ein in allegorischen Herrschaftsbildern häufig auftauchendes Monument.
Das Gemälde war im März 1781 auf der alljährlich stattfindenden Ausstellung der Kasseler Kunstakademie zu sehen. Vom Bildtypus her schließt es an die traditionellen Darstellungen des Fürstenlobs an, wie sie etwa van der Werff und Tischbein d. Ä. in ihren Huldigungsbildern verwendet haben (vgl. 1875/1496, GK 941). Nicht nur im Sujet, auch in der Behandlung der Figuren lehnte sich Kobold an Tischbein d. Ä. an, wenngleich sein Pinselduktus deutlich weniger differenziert ist. Das Porträt, das Landgraf Friedrich II. als Halbfigur im Dreiviertelprofil nach rechts und in der dunkelblauen Gardeuniform mit den drei Orden zeigt, ist eine Kopie nach den zahlreichen Bildnissen, die Tischbein d. Ä. und seine Schüler vom Landgrafen gemalt haben.


Literatur:
  • Meusel, Johann Georg [Hrsg.]: Miscellaneen artistischen Inhalts. Erfurt 1779ff., S. 230.
  • Meusel, Johann Georg: Teutsches Künstlerlexikon oder Verzeichnis der jetztlebenden Teutschen Künstler, Zweite überarb. Ausgabe. Lemgo 1808ff., S. 486 (Bd. 1, 1808).
  • Aubel, Carl: Verzeichnis der in dem Lokale der Neuen Gemälde-Gallerie zu Cassel befindlichen Bilder. Kassel 1877, Kat.Nr. 999, S. 84.
  • Aubel, L.; Eisenmann, Oscar: Verzeichniß der in der Neuen Gemälde-Galerie zu Cassel befindlichen Bilder. 2. Aufl. Kassel 1878, Kat.Nr. 999, S. 87.
  • Eisenmann, Oscar: Katalog der Königlichen Gemälde-Galerie zu Cassel. Nachtrag von C. A. von Drach. Kassel 1888, Kat.Nr. 684, S. 389.
  • Knackfuß, Hermann: Geschichte der Königlichen Kunstakademie zu Kassel. Aus den Akten der Akademie zusammengestellt. Kassel 1908, S. 50.
  • Gronau, Georg: Katalog der Könglichen Gemäldegalerie zu Cassel. Berlin 1913, Kat.Nr. 721, S. 35.
  • Gronau, Georg; Luthmer, Kurt: Katalog der Staatlichen Gemäldegalerie zu Kassel. 2. Aufl. Berlin 1929, Kat.Nr. 721, S. 41.
  • Vogel, Hans: Katalog der Staatlichen Gemäldegalerie zu Kassel. Kassel 1958, Kat.Nr. 721, S. 83.
  • Henkel, Arthur; Schöne, Albrecht: Obelisk. In: Emblemata. Handbuch zur Sinnbildkunst des XVI. und XVII. Jahrhunderts (1967), S., S. Sp. 1222f.
  • Heraeus, Stefanie [Bearb.]; Eissenhauer, Michael [Hrsg.]: Spätbarock und Klassizismus. Bestandskatalog der Gemälde in den Staatlichen Museen Kassel. Kassel [u.a.] 2003, Kat.Nr. 81, S. 103-104.
  • Wulfhorst, Reinhard: Louis Massonneau. Komponist, Geiger, Konzertmeister. Ludwigslust 2016.


Letzte Aktualisierung: 09.11.2017


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