Ein Herr von Zinzendorf



Ein Herr von Zinzendorf


Inventar Nr.: 1875/1442
Bezeichnung: Ein Herr von Zinzendorf
Künstler: Anna Rosina de Gasc (1713 - 1783)
Datierung: um 1770/1780
Geogr. Bezug: Dresden
Material / Technik: Leinwand
Maße: 82 x 65 cm (Bildmaß)
Umzug NG: 92,7 x 77,0 x 8,0 cm (Objektmaß)
Provenienz:

erworben 1966 von Dr. Rolph Grosse, Frankfurt/Main


Katalogtext:
Das Halbfigurenbildnis zeigt den Dargestellten vor neutralem hellbraunem Grund in der traditionellen Pose höfischer Herrenporträts. Den linken Arm in die Seite gestützt und den Oberkörper leicht nach links gedreht, schaut er direkt zum Betrachter. Unter dem blauen, mit Silberstickereien verzierten Samtrock tritt der metallisch glänzende Brustpanzer hervor. Ausgezeichnet ist der Porträtierte mit dem Kreuz des polnisch-sächsischen Weißen Adlerordens.
Zunächst galt das Bildnis als Werk Anton Graffs, wurde dann aber Anna Rosina de Gasc zugeschrieben (Erna Brand, Dresden, Brief vom 29.10.1975). Die plastische Modellierung der markanten Gesichtszüge und die etwas nüchtern und spröde wirkende Art des Porträts kennzeichnet viele ihrer männlichen Bildnisse. »Auch der anatomisch verunglückte, viel zu lange rechte Arm verwundert bei ihr nicht« (Helmut Börsch-Supan, Brief vom 6.12.2001). In Körperhaltung und Bekleidung vergleichbar ist ein Herrenporträt von David Matthieu (1697-1755), dem ersten Ehemann der Malerin, der sie stilistisch stark beeinflusste (Warschau, Nationalmuseum, Inv. Nr. 158695). Physiognomische Ähnlichkeiten mit Friedrich August Graf von Zinzendorf und Pottendorf (1733-1804), dem sächsischen Minister und General der Infanterie, legen nahe, in dem Dargestellten ein Mitglied derselben Familie zu sehen. Zum Vergleich bietet sich etwa ein Porträt von Anton Graff an (Privatbesitz), gestochen von dem Dresdener Kupferstecher Johann Adolph Darnstedt.

Berckenhagen 1967, Nr. 1472A (zu Graff); Kat. Warschau 1969, S. 258, Nr. 763 (zu Matthieu).



Letzte Aktualisierung: 11.09.2015


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