Theresia von Wohlleben



Theresia von Wohlleben


Inventar Nr.: L 85
Bezeichnung: Theresia von Wohlleben
Künstler: Johann Baptist Lampi (1751 - 1830)
Datierung: 1801
Geogr. Bezug: Wien
Material / Technik: Leinwand
Maße: 71,5 x 59,5 cm (ovaler Spiegel) (Bildmaß)
Provenienz:

1920 Leo Schidlof's Kunstauktionshaus, Wien

um 1940 in deutschem Reichsbesitz

Beschriftungen: Signatur: bez. u.r.. Eques de Lampi ce pinxit ao. 1801
Beschriftung: verso auf dem Keilrahmen: K 561
Beschriftung: verso auf dem Keilrahmen Schild: 442/393


Katalogtext:
Lampi, einer der begehrtesten Porträtmaler der Wiener Aristokratie, hat 1801 das Ehepaar von Wohlleben in zwei ovalen Brustbildnissen porträtiert (vgl. L 84). Im Stil englischer Porträts ist Theresia von Wohlleben (1775-1822), geb. Schober, vor einer Landschaft mit bewölktem Himmel, Felsgestein und Bäumen in Szene gesetzt. Den Oberkörper im Profil nach links gedreht, blickt sie direkt zum Betrachter. Dem zeitgenössischen Modestil entsprechend, trägt sie ein weißes, hochtailliertes Kleid mit einem transparenten, grauvioletten Schultertuch und eine Brosche am Dekolleté. Ihr gelocktes, grau gepudertes Haar ist mit einem weißen Tuch und Rosen aufgeputzt.
Mit Frisur und Kleidung sowie der Landschaftsszenerie im Hintergrund wählte Lampi jenen ›empfindsamen Frauentypus‹, der in der englischen Porträtmalerei zuerst formuliert wurde und um 1800 auch in Deutschland dem geltenden Schönheitsideal entsprach. Lampis Zeitgenosse Friedrich August Tischbein, der »Leipziger Tischbein«, hat diesen Typus ebenfalls häufig aufgegriffen, etwa im Porträt der Kriegsrätin Schmidt (1875/1396). In der Farbwahl sind die Pendantbildnisse des Ehepaars von Wohlleben unterschiedlich komponiert. Wird das Porträt des Ehegatten von warmen Rotbrauntönen bestimmt, so prägt ein kühles Grauviolett das Bildnis der Ehefrau und lässt den klassizistischen Einfluss spüren, der in Wien seit 1783 vor allem vom Akademiedirektor Heinrich Friedrich Füger ausging. Eine Replik des Porträts in fast identischem Format, jedoch mit weniger klaren Konturen und leichten Abweichungen beim Kleid, tauchte 1975 im Wiener Kunsthandel auf.


Literatur:
  • Kaiser, Konrad: Ein Gang durch Kassels Neue Galerie. Kassel 1976, S. 30.
  • Un ritrattista nell'Europa delle corti. Giovanni Battista Lampi 1751-1830. Trient 2001, S. 296.
  • Heraeus, Stefanie [Bearb.]; Eissenhauer, Michael [Hrsg.]: Spätbarock und Klassizismus. Bestandskatalog der Gemälde in den Staatlichen Museen Kassel. Kassel [u.a.] 2003, Kat.Nr. 94, S. 114-115.

Siehe auch:


  1. L 84: Stephan Edler von Wohlleben


Letzte Aktualisierung: 05.10.2017


Wissenschaftliche Kommentare:

Hier können Sie uns Anmerkungen und Kommentare zu unseren Objekten hinterlassen, die nach Sichtung durch unsere Mitarbeiter allen Lesern angezeigt werden. Gerne können Sie uns dabei auch Ihren Namen und Ihre Institution nennen, es ist aber nicht erforderlich. Sie können uns auch Ihre E-Mail-Adresse mitteilen, die ausdrücklich nur von unseren Mitarbeitern eingesehen werden kann.

Bisher wurden keine Kommentare geschrieben.

Einen neuen Kommentar hinzufügen.




© Museumslandschaft Hessen Kassel 2017
Datenschutzhinweis | Impressum