Hektors Abschied



Hektors Abschied


Inventar Nr.: AZ 1083
Bezeichnung: Hektors Abschied
Künstler: Johann August d. J. Nahl (1752 - 1825)
Datierung: um 1814/1816
Geogr. Bezug: Kassel
Material / Technik: Leinwand, doubliert
Maße: 216,5 x 152 cm (Bildmaß)
Umzug NG: 216,5 x 152,0 x 2,7 cm (Objektmaß)
Umzug NG: 270,0 x 207,0 x 19,0 cm (Objektmaß)
Umzug NG: 77,0 x 217,0 x 17,5 cm (Objektmaß)
Provenienz:

seit 1942 in städtischem Besitz nachgewiesen

1910 Sigmund Aschrott

bis 1880 Wilhelm Nahl, Kassel


Katalogtext:
Kurfürst Wilhelm II. von Hessen beauftragte Nahl mit dem großformatigen Gemälde als Pendant zu »Odysseus und Penelope nehmen Abschied von lkarios«, das er 1814 vom Maler erworben hatte (VSG, Schloss Weilburg/Lahn, Inv. Nr. 1.1.92). Nahl orientierte sich an seiner Sepiazeichnung aus dem Jahr 1800, mit der er bei den Weimarer Preisaufgaben den ersten Preis erhalten hatte (Kunstsammlungen zu Weimar, Inv. Nr. KK 1179). Auch fertigte er für die vorliegende Gemäldefassung eine Ölskizze an (LM 1940/494).
Die Gruppe der vier Hauptfiguren stimmt mit der Ölskizze weitgehend überein – bis auf einzelne Abweichungen in der Rüstung des Hektor und der Kleidung der beiden weiblichen Gestalten. Doch hat Nahl die Abschiedsszene hier nicht in einem einfachen Bühnenraum dargestellt, sondern vor einer weitläufigen Stadtkulisse unter freiem Himmel. Durch den Verzicht auf das Stadttor, das in der Ölskizze vom oberen Bildrand überschnitten wird und so besonders monumental wirkt, rückt im Gemälde die Stadtbefestigung in weite Ferne und die Figurengruppe tritt weniger unmittelbar vor den Betrachter.
Nahl hat das Gemälde nicht zu Ende geführt. Sein Sohn Wilhelm sollte es nach dessen Tod im Januar 1825 fertig stellen, gab die Arbeit aber 1826 auf, da der Kurfürst ihm einen geringeren Preis als dem Vater bezahlen wollte. Die matte Farbigkeit und die skizzenhafte Behandlung einiger Details – mit Ausnahme von Hektor und Andromache – verweisen auf den unvollendeten Zustand des Gemäldes.

Nahl 1849, S. 2; Auktionskat. Lepke des Nachlasses W. Nahl, Kassel 1881, Nr. 149 (unter Wilhelm Nahl); Boetticher 1941, Bd. 2/1, S. 124, Nr. 2; Kat. Kassel 1965, S. 412, Nr. 14; AK Kassel 1994b, S. 74f., Nr. 82.2; Dreiheller o. J. a, S. 4f., Nr. b; Material über die Familie Nahl aus dem Nachlass Nicolai (Landesbibliothek u. Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel, 2° Ms Hass. 658,36).



Siehe auch:


  1. LM 1940/494: Hektors Abschied, Skizze


Letzte Aktualisierung: 13.01.2017


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