Carl von Hessen



Carl von Hessen


Inventar Nr.: GK 931
Bezeichnung: Carl von Hessen
Künstler: Jean-Baptiste Perronneau (1715 - 1783)
Datierung: um 1777
Geogr. Bezug:
Material / Technik: Leinwand
Maße: 85,3 x 68,5 cm (Bildmaß)
Provenienz:

Dauerleihgabe der Staatliche Museen zu Berlin seit 1969

Beschriftungen: Beschriftung: verso auf dem Keilrahmen Klebezettel: Julius Böhler, München 712


Katalogtext:
Carl von Hessen (1744-1836), königlich-dänischer Statthalter der Herzogtümer Schleswig und Holstein, den Tischbein d. Ä. um 1755 als elfjährigen Knaben porträtiert hat (1875/750 a), ist hier gut 20 Jahre später als Halbfigur vor neutralem braunem Grund wiedergegeben. Ausgezeichnet ist er mit dem dänischen Elefantenorden, der an einem hellblauen Band um den Hals liegt, und mit dem Hessischen Hausorden vom Goldenen Löwen. Über dem roten Rock mit dem blauen, golden eingefassten Samtkragen und der hellen Weste liegen außerdem die beiden dazugehörigen Ordensbänder in Hellblau und Rot. Der für Perroneau typische, unruhige Malstil verleiht der Erscheinung eine Sensibilität, die dem zeitgenössischen Menschenbild der Empfindsamkeit entsprach. Ein weiches, von rechts oben einfallendes Licht beschreibt die Gesichtszüge des Regenten.
Carl war der zweite Sohn von Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel und Marie von Großbritannien. Mit 23 Jahren wurde er königlich-dänischer Statthalter der Herzogtümer Schleswig und Holstein und lebte auf Schloss Gottorf. 1772 wurde er Kommandierender General im Norwegenfeldzug, 1774 Feldmarschall und 1814 Generalfeldmarschall. Den Titel »Landgraf von Hessen« erhielt er im Januar 1805 durch ein Reskript seines älteren Bruders Kurfürst Wilhelm I.
Perronneau hat Carl von Hessen und seine Gattin Louise mehrfach in Öl und Pastell porträtiert. Von dem vorliegenden Halbfigurenporträt, das im Juni 1937 auf der Auktion »Kunstwerke aus dem Besitz der Staatlichen Museen Berlin« angeboten wurde, gibt es eine zweite, etwa gleich große, nahezu identische Fassung, aber in deutlich besserer Qualität. Diese Fassung, zu der auch ein Pendant mit dem Bildnis der Ehegattin vorliegt, hat Perronneau mit »1777« signiert. Sie stammt aus dem Besitz von Albrecht von Holstein-Glücksburg und tauchte in den letzten Jahren mehrfach im Kunsthandel auf: in London (Sotheby 11.7.1979, Nr. 112), Monaco (Sotheby Parke Bernet, 8.2.1981, Nr. 91), erneut in London (Christie’s, 8.12.1989, Nr. 79) und zuletzt 2001 bei P. & D. Colnaghi und Fabian Stein in London.

Knetsch 1928, S. 148f., Nr. 32 (nur biograph. Angaben); Auktionskat. Kunstwerke aus dem Besitz der Staatlichen Museen Berlin, Julius Böhler, München, 9.6.1937, S. 116, Nr. 712, Tf. 63; Waldemar 1937 (zur anderen Fassung); Kat. Kassel 1958, S. 109, Nr. 931; Kaiser 1976, S. 17, Abb. 8; AK Schleswig 1996, S. 20f., Nr. 5-7 (zu weiteren Porträts von Perronneau); Wilhelm 1996, S. 75 u. Tf. IX.


Literatur:
  • Rosenberg, Pierre: Gesamtverzeichnis Französische Gemälde des 17. und 18. Jahrhunderts in deutschen Sammlungen. Bonn/München 2005, S. 148.
  • Dominique d'Arnoult: Jean-Baptiste Perronneau, ca. 1715-1783. Un portraitiste dans l'europe des lumières. Paris 2014, S. 339.


Letzte Aktualisierung: 04.05.2017


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