Flusslandschaft



Flusslandschaft


Inventar Nr.: GK 670 (1875/678)
Bezeichnung: Flusslandschaft
Künstler: Christian Georg d. Ä. Schütz (1718 - 1791)
Datierung: vor 1755
Geogr. Bezug: Frankfurt/Main
Material / Technik: Kupfer
Maße: Umzug NG: 39,7 x 48,7 x 8,0 cm (Objektmaß)
27,5 x 37 cm (Bildmaß)
Provenienz:

erworben um 1755

im 1775 erstellten Inventarium B verzeichnet unter Diemarsches Haus »Bel-Etage« (1. Stock des späteren Akademiegebäudes)

1783 u. 1805 Kunstakademie, Nebenzimmer

1864 Schloss Bellevue

1877 Neue Gemäldegalerie

Beschriftungen: Signatur: bez. u.Mitte (am Weg): ein Pfeil, das Zeichen von Schüz, darunter: fec.
Beschriftung: u.l.: rote Nummer: 777


Katalogtext:
In einer Ideallandschaft, die an Abschnitte des Rheins bei Koblenz erinnert, die Schüz um 1750 bereist hatte, erheben sich zu beiden Seiten des Flusses Berge, zum Teil steil aufragend und mit Felsgestein durchsetzt. Im rechten Vordergrund führt ein Holzsteg über eine Schlucht, auf dem zwei mit schwerem Gepäck beladene Personen laufen, dahinter ist eine Burgruine auszumachen. Am gegenüberliegenden Ufer liegt am Fuß der Berge eine Ortschaft. Tiefenräumlichkeit erhält die Landschaft durch geschickt eingesetzte Mittel der Farbperspektive, wenngleich durch den Firnis der für Schüz typische, fein lasierende Farbauftrag verdeckt ist.
Schüz hat zwar auf seiner Rheinreise nach Koblenz zahlreiche Studien vor Ort gemacht, doch malte er seine Landschaften im Atelier und unterwarf die unmittelbaren Natureindrücke den konventionellen, akademischen Regeln der Landschaftsmalerei. Bei der vorliegenden Komposition folgte er dem von Saftleven übernommenen Schema. Mit der in die Tiefe führenden Diagonale des Flusses, den kulissenartig gestaffelten Bergen, den an den Ufern liegenden Städtchen und Dörfern und den erzählerischen Staffagefiguren und Booten verwendete er jenes Motivrepertoire, das in seinen Landschaften immer wieder auftaucht. Wesentlich zur Idealisierung trägt das warme, gleichmäßige Licht bei, das den Ansichten eine friedvolle Stimmung verleiht.
Das Gemälde, zu dem ein heute verschollenes Gegenstück mit einem recht ähnlichen Motiv gehörte (1875/679), ist im 1749 begonnenen Hauptinventar verzeichnet mit der Bemerkung »erworben vom B: H:« – vom Baron Häckel. Die Inventarnummer gibt einen Anhaltspunkt für den Zeitpunkt der Erwerbung und damit auch für die Datierung der Landschaft. Die für Kassel erworbenen Gemälde von Schüz d. Ä., darunter ehemals mehr als zehn Ideallandschaften, die allesamt Landgraf Wilhelm VIII. vor 1756 erworben hat, belegen, dass Schüz bereits zu dieser Zeit zahlreiche Staffeleibilder mit Landschaftsdarstellungen gemalt hat.

Kat. Kassel 1783, S. 110, Nr. 78; Apell 1805, Teil 1, S. 244; Kat. Kassel 1819, S. 118, Nr. 721; Kat. Kassel 1830, S. 140, Nr. 845; Kat. Kassel 1845, S. 80, Nr. 845; Gwinner 1862, S. 313; Parthey 1863-64, Bd. 2, S. 529, Nr. 15 (als C. G. Schütz d. J.); Kat. Kassel 1877, S. 72, Nr. 845; Kat. Kassel 1888, S. 371, Nr. 635; Kat. Kassel 1913, S. 62, Nr. 670; Banaschewski 1923, S. 68; Nr. 27; Kat. Kassel 1929, S. 73, Nr. 671; AK Kassel 1946, S. 8, Nr. 45; Kat. Kassel 1958, S. 141, Nr. 670.



Letzte Aktualisierung: 10.06.2015


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