Apoll mit Merkur vor Jupiter



Apoll mit Merkur vor Jupiter


Inventar Nr.: 1875/747
Bezeichnung: Apoll mit Merkur vor Jupiter
Künstler: Johann Anton Tischbein (1720 - 1784)
Datierung: 1780
Geogr. Bezug: Kassel
Material / Technik: Leinwand
Maße: 91,5 x 71 cm (Bildmaß)
Umzug NG: 108,0 x 85,5 x 6,0 cm (Objektmaß)
Provenienz:

1782 Kunstakademie

Beschriftungen: Signatur: bez. Mitte r. (auf der Thronlehne): A. Tischbein pinx 1780


Katalogtext:
Das typisch akademisch gestaltete Historienbild zeigt Apoll, den Musenführer und Gott der Künste, mit Lorbeerkranz und Pfeilen auf dem Rücken, vor dem Göttervater Jupiter. Er hält den in Tücher gewickelten Merkur im rechten Arm und deutet mit der linken Hand auf den Knaben, während er sich dem Göttervater zuwendet. Der auf Wolken thronende Jupiter ist in einen weiten blauen Mantel gehüllt. Ihn umringen Juno, die drei Grazien und zwei weitere weibliche Gestalten. Zu Füßen des Jupiter hockt der Adler mit den Donnerkeilen.
Obwohl das Gemälde mit »A. Tischbein« signiert ist, wurde es im 1816 begonnenen Gemäldeinventar als Werk von Tischbein d. Ä. verzeichnet. Am 5. März 1782 war es auf der Kasseler Akademieausstellung zu sehen. In der Ausstellungsbesprechung der »Hessen-Casselischen Staats- und Gelehrten Zeitung« vom 12. März 1782 wird es als Rezeptionsstück des Hamburger Tischbein angeführt: »›Apollo erscheint in der Versammlung der Götter, den jungen Merkur im Arme tragend‹, dieses Gemälde bleibt als Receptionsstück der Akademie. Es wurde von Johann Anton Tischbein aus Hamburg gemalt.«
Die Anordnung der Figuren auf einer schmalen Raumbühne und die Malweise mit den Braunschattierungen folgen der römischen Barockmalerei, wie sie Guido Reni (1575-1642) formuliert hat, dessen malerisches Werk in zahlreichen Reproduktionsstichen überliefert war. Der als Einzelfigur hervorgehobene Apoll etwa erinnert in der Schrittstellung und im strengen Profil nach links an Renis Bacchus aus dessen Gemälde »Bacchus und Ariadne« (Los Angeles, County Museum of Art). Auch die Figur des Jupiter scheint einer Bildvorlage entlehnt zu sein, etwa Renis »Disput« (St. Petersburg, Eremitage).


Literatur:
  • Eisenmann, Oscar: Katalog der Königlichen Gemälde-Galerie zu Cassel. Nachtrag von C. A. von Drach. Kassel 1888, Kat.Nr. 676, S. 385.
  • Thieme, U. [Hrsg.]; Becker, F [Hrsg.]; Vollmer, H. [Hrsg.]: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Leipzig 1907-1950, Kat.Nr. 159, S. 181.
  • Luthmer, Kurt: Die hessische Malerfamilie Tischbein. Verzeichnis ihrer Mitglieder und einer Auswahl ihrer Werke. Kassel 1934, Kat.Nr. 11, S. 13.
  • Heraeus, Stefanie [Bearb.]; Eissenhauer, Michael [Hrsg.]: Spätbarock und Klassizismus. Bestandskatalog der Gemälde in den Staatlichen Museen Kassel. Kassel [u.a.] 2003, Kat.Nr. 159, S. 181.


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


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