Georg Adolf Ludolf von Alvensleben



Georg Adolf Ludolf von Alvensleben


Inventar Nr.: GK 879 (1875/1247)
Bezeichnung: Georg Adolf Ludolf von Alvensleben
Künstler: Johann Friedrich August Tischbein (1750 - 1812)
Datierung: 1796
Geogr. Bezug: Dessau
Material / Technik: Pastell auf Pergament
Maße: 58,2 x 44,3 cm (ovaler Spiegel) (Bildmaß)
Umzug NG: 71,8 x 57,5 x 8,6 cm (Objektmaß)
Provenienz:

erworben 1920 von dem Kunsthändler Gustav Cramer, Kassel


Katalogtext:
Georg Adolf Ludolf von Alvensleben (1767-1811) auf Schricke und Hundisburg (Kreis Wolmirstedt, Sachsen-Anhalt) ließ sich und seine Gattin Ulrike Wilhelmine (1771-1839) in zwei Brustbildern porträtieren. Während Stoll in seinem Bilderverzeichnis bloß von einem Herrn von Alvensleben spricht, ist der Dargestellte in den letzten Jahren häufig als Philipp Karl Graf von Alvensleben (1745-1802) betrachtet worden. Zwar lassen sich in einem Porträt von Anton Graff aus dem Jahr 1800 (vgl. Berckenhagen 1967, Nr. 13), das den preußischen Staatsminister an seinem Schreibtisch zeigt, durchaus physiognomische Übereinstimmungen mit dem Kasseler Bildnis erkennen. Da Philipp Karl von Alvensleben aber zeit seines Lebens unverheiratet war, würde das weibliche Pendantbildnis keinen Sinn machen (1875/1248). So scheint der Hinweis von Nachfahren der Familie von Alvensleben plausibel zu sein, dass es sich bei dem Dargestellten um den preußischen Leutnant Georg Adolf Ludolf von Alvensleben handelt, den jüngeren Halbbruder des Staatsministers.
In den weich gezeichneten Brustbildern des Ehepaares zeigt sich Tischbeins meisterhafte Beherrschung der Pastellmalerei. Diese Technik war in der Porträtkunst des 18. Jahrhunderts weit verbreitet. Die Möglichkeit zarter Tönungen bot eine angemessene Ausdrucksform für verhaltene Stimmungen und empfindsame Innerlichkeit. Durch die Farbfrische des Pastells und den trockenen Abrieb der Pigmente ließ sich besonders gut der Eindruck unmittelbarer Nähe und Lebendigkeit erzeugen. Tischbeins Beschäftigung mit der Pastellmalerei, mit der er sich während seines Parisaufenthaltes durch Werke von Maurice Quentin de La Tour (1704-1788), Jean-Baptiste Perronneau und Jean Baptiste Chardin (1699-1779) vertraut gemacht hatte, sollte seinen Umgang mit dem Kolorit maßgeblich prägen. Die matte Tonigkeit der zarten Farbtöne und die weiche Modellierbarkeit des Pastells hat er in die Ölmalerei übertragen.

Der Gotha, Adelige Häuser, 1900, S. 12; Gronau 1923, S. 68 u. 70; Stoll 1923, S. 182; AK Waldeck 1929, S. 69; Kat. Kassel 1929, S. 80, Nr. 879; Luthmer 1934, S. 31, Nr. 179; Thieme/Becker, Bd. 33, 1939, S. 208; AK Kassel 1946, Nr. 25 m. Abb.; AK Kassel 1949, S. 22; Kat. Kassel 1958, S. 153, Nr. 879 m. Abb. (als »Philipp Karl Graf von Alvensleben«); Herzog 1967b, Abb. 3 (als »Philipp Karl Graf von Alvensleben«); Franke 1993, Bd. 2, Nr. 5 (als »Graf Philip Karl von Alvensleben«).



Letzte Aktualisierung: 10.06.2015


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