Ulrike Wilhelmine von Alvensleben



Ulrike Wilhelmine von Alvensleben


Inventar Nr.: GK 880 (1875/1248)
Bezeichnung: Ulrike Wilhelmine von Alvensleben
Künstler: Johann Friedrich August Tischbein (1750 - 1812)
Datierung: 1796
Geogr. Bezug: Dessau
Material / Technik: Pergament
Maße: 58,2 x 44,3 cm (ovaler Spiegel) (Bildmaß)
Umzug NG: 71,9 x 57,5 x 8,5 cm (Objektmaß)
Provenienz:

erworben 1920 von dem Kunsthändler Gustav Cramer, Kassel

Beschriftungen: Signatur: bez. Mitte r.: Tischbein p. 1796


Katalogtext:
Ulrike Wilhelmine von Alvensleben (1771-1839), geb. von Wartensleben, stammte aus Schollene bei Rathenow und war die Tochter des Grafen Wilhelm Friedrich Heinrich von Wartensleben und der Elisabeth Louise Sophie von Printz. Tischbein signierte bei Pendantbildnissen nicht selten nur eines der beiden Gemälde, im vorliegenden Fall findet sich die Signatur auf dem Bildnis der Ehefrau.
Das Ehepaar von Alvensleben gibt sich auf den Pendantbildnissen in Kleidungsstil und Habitus in betont schlichter Eleganz. Während Georg Adolf Ludolf von Alvensleben (1875/1247) natürliches, leicht gepudertes Haar und einen blauen Rock trägt, der durch die Licht- und Schattenführung besonders plastisch wirkt, ist seine Gattin in einem einfachen weißen Chemisenkleid mit einem türkisfarbenen Band unter der Brust und einem hellgrünen Tuch über den Schultern gezeigt.
Durch den zarten Schmelz des weich verwischten Pastells und die leichte Kopfneigung nach links verliert die beinahe frontale Darstellung jegliche Strenge. Sie folgt einem weiblichen Schönheitsideal von Ungezwungenheit und Natürlichkeit, das sich in mehren Bildnissen von Tischbein in diesen Jahren beobachten lässt und der zeitgenössischen englischen Porträtmalerei folgt. Da sowohl Kreise des aufgeklärten Adels als auch des Bürgertums diesem Schönheitsideal anhingen, konnte der Maler diesen Bildtypus über Standesgrenzen hinweg verwenden.

Gronau 1923, S. 68 u. 70; Stoll 1923, S. 182; AK Waldeck 1929, S. 69; Kat. Kassel 1929, S. 80, Nr. 880; Luthmer 1934, S. 31, Nr. 180; Thieme/Becker, Bd. 33, 1939, S. 208; AK Kassel 1946, Nr. 26; AK Kassel 1949, S. 22; Kat. Kassel 1958, S. 153, Nr. 880; Herzog 1969, S. 62; Franke 1993, Bd. 1, S. 106f. u. Bd. 2, Nr. 6.



Letzte Aktualisierung: 10.06.2015


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