Iris, Skizze



Iris, Skizze


Inventar Nr.: 1875/1315
Bezeichnung: Iris, Skizze
Künstler: Johann Friedrich August Tischbein (1750 - 1812)
Datierung: nach 1800
Geogr. Bezug: Leipzig
Material / Technik: Leinwand, doubliert
Maße: 32,8 x 23,8 cm (Bildmaß)
Umzug NG: 44,0 x 35,0 x 7,5 cm (Objektmaß)
Provenienz:

erworben 1934 von dem Kunsthändler Dr. Rolph Grosse, Berlin


Katalogtext:
Bei der auf dunklen Wolken schwebenden Frauengestalt mit einem hellgelben flatternden Hemdkleid handelt es sich um die Götterbotin Iris. Um ihre Schulter windet sich ein langer, s-förmig geschwungener Schal in den Grundfarben Blau, Rot und Gelb, der in einen Regenbogen mündet. Iris bedeutet im Griechischen »Regenbogen«. In der griechischen Mythologie ist Iris die Götterbotin, die Botschaften zwischen Himmel und Erde vermittelt.
In einem Katalog des Auktionshauses Michael Zeller vom Oktober 1975 taucht ein im Format etwas größeres Ölgemälde auf (54 x 40 cm), das dort dem Umkreis von Angelika Kauffmann zugeschrieben wird und mit Tischbeins Skizze in Motiv und Farbgebung weitgehend übereinstimmt. Es ist ungewiss, ob das Gemälde von Tischbein stammt oder, was wahrscheinlicher ist, ob es sich um eine Kopie nach einer nicht bekannten Gemäldefassung von Tischbein handelt, zu der diese Skizze gehört.
Das Motiv der anmutigen Frauenfigur vor dunklem Grund mit antikisierendem Gewand und tänzelndem Schritt orientiert sich an den Wandmalereien, wie man sie in den Ausgrabungsstätten Pompeji und Herculaneum vorgefunden hatte. Besonders ähnlich sind die tanzenden Bacchantinnen aus der »Villa des Cicero«, die seit 1755 im Stichwerk »Antichità di Ercolano« als Reproduktionen vorlagen. Tischbeins Cousin Johann Heinrich Wilhelm, der »Goethe-Tischbein«, sollte knapp zwanzig Jahre später in seinen »Oldenburger Idyllen« diese antiken Vorlagen aufgreifen.


Literatur:
  • Thieme, U. [Hrsg.]; Becker, F [Hrsg.]; Vollmer, H. [Hrsg.]: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Leipzig 1907-1950, S. 208 (Bd. 33, 1939).
  • Vom Rokoko zur Romantik. Kassel 1946, Kat.Nr. 40.
  • Franke, Martin: Johann Friedrich August Tischbein. Leben und Werk. Egelsbach u. a. 1993, Kat.Nr. 616 (Bd. 2).
  • Heraeus, Stefanie [Bearb.]; Eissenhauer, Michael [Hrsg.]: Spätbarock und Klassizismus. Bestandskatalog der Gemälde in den Staatlichen Museen Kassel. Kassel [u.a.] 2003, Kat.Nr. 177, S. 204-205.


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


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