Cornelia Adriana Gräfin von Bose mit ihrer Tochter Eleonore Hedwig, Skizze



Cornelia Adriana Gräfin von Bose mit ihrer Tochter Eleonore Hedwig, Skizze


Inventar Nr.: GK 846 (1875/1217)
Bezeichnung: Cornelia Adriana Gräfin von Bose mit ihrer Tochter Eleonore Hedwig, Skizze
Künstler: Johann Friedrich August Tischbein (1750 - 1812)
Datierung: um 1798
Geogr. Bezug: Dessau
Material / Technik: Leinwand, doubliert
Maße: 32 x 20 cm (Bildmaß)
Umzug NG: 37,2 x 25,0 x 3,2 cm (Objektmaß)
Provenienz:

erworben 1896 aus dem Nachlass von Friedrich Franz Anton Wilken, einem Enkel des Künstlers


Katalogtext:
Ähnlich wie bei den Einzelbildnissen arbeitete Tischbein auch bei seinen Mutter-Kind-Darstellungen mit einem Repertoire an Posen und Attributen. Zumeist halten die Mütter in einem Innenraum, dem der Frau zugewiesenen Bereich, ihre Kinder zärtlich im Arm. Auch die Gräfin von Bose posiert mit ihrer Tochter Eleonore Hedwig (1797-1831) in einem Innenraum, der im Vergleich zu anderen Skizzen Tischbeins recht detailliert ausgearbeitet ist. Mutter und Tochter sind in der zeitgenössischen Mode gekleidet. Die Gräfin trägt ein bodenlanges Kleid aus gelbem, changierendem Stoff und einen langen, blassroten Schal über den Schultern, ihre Tochter ein langes weißes Chemisenkleidchen und hellblaue Schuhe.
Cornelia Adriana von Bose (1770-1828), geb. Munter, stammte aus Amsterdam, wo Tischbein sie bereits um 1791 porträtiert hatte (1875/1216), ebenso wie mehrere andere Mitglieder der Familie Munter. Nachdem sie sich von ihrem ersten Mann Friedrich Wilhelm Graf von Reede – Lord Agrim genannt – getrennt hatte, heiratete sie 1794 Graf Adolf Ludwig Christian von Bose (1755-1820). Dieser war Kammerherr Leopolds III. Friedrich Franz Fürst von Anhalt-Dessau, in dessen Dienst auch Tischbein ab 1795 als Hofmaler stand. Tischbeins Tochter Caroline Wilken erwähnt in ihren Aufzeichnungen, die ein detailreiches Lebensbild des Vaters vermitteln, den Grafen Bose und dessen Frau, eine »Holländerin«, die »bisweilen Assembleen« gaben, »zu denen die Eltern mich mitnahmen« (Stoll 1923, S. 93f.).
Zu der Ölskizze gibt es ein ausgeführtes Gemälde (Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Inv. Nr. GM 1337), das mit 1798 datiert ist und in der Anordnung der Personen und ihrer Gestik weitgehend mit der Skizze übereinstimmt. Lediglich die Möblierung des Innenraums ist leicht verändert. Anstelle des Kamins ist ein Clavichord mit einem aufgeschlagenen Notenheft zu sehen und der Tisch, auf dem die Tochter steht, ist durch eine Kommode mit einer Bronzebüste ersetzt. Eine Zeichnung Tischbeins, die im Zusammenhang mit der Ölskizze und dem Gemälde entstanden sein könnte, wird im Oldenburger Schloss aufbewahrt (Inv. Nr. 1137/30). Sie zeigt eine Frau, die in ihren Armen ein Kind hält, das auf einem Tisch steht.

AK Leipzig 1912, Nr. 804 (als »Dame mit Kind«); Kat. Kassel 1913, S. 68, Nr. 846; Stoll 1923, S. 93 u. 203; Kat. Kassel 1929, S. 80, Nr. 846; Luthmer 1934, S. 32, Nr. 191; AK Kassel 1946, Nr. 33; Kat. Kassel 1958, S. 152, Nr. 846; AK Amsterdam 1987, S. 68, Nr. 57; Franke 1993, Bd. 2, Nr. 58.



Letzte Aktualisierung: 31.01.2017


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