Drei im Garten spielende Kinder, Skizze



Drei im Garten spielende Kinder, Skizze


Inventar Nr.: GK 851 (1875/1222)
Bezeichnung: Drei im Garten spielende Kinder, Skizze
Künstler: Johann Friedrich August Tischbein (1750 - 1812)
Datierung: um 1798/1801
Geogr. Bezug:
Material / Technik: Leinwand, doubliert
Maße: Umzug NG: 35,0 x 28,0 x 3,5 cm (Objektmaß)
29 x 22,5 cm (Bildmaß)
Provenienz:

erworben 1896 aus dem Nachlass von Friedrich Franz Anton Wilken, einem Enkel des Künstlers

Beschriftungen: Beschriftung: verso auf dem Keilrahmen mit Bleistift: 801


Katalogtext:
Wie auf vielen seiner Bildnisse baute Tischbein auch hier die Figurengruppe als klassische Dreieckskomposition auf. Die Kinder, die unter einem Baum spielen, sind besonders durch ihre Gesten miteinander verbunden. Während sich das ältere Mädchen im weißen langen Hemdkleid seitlich auf einen Holztisch stützt und versucht, dem kleinen Jungen im blauen Anzug einen Korb mit roten Früchten wegzunehmen, steht das dritte, nur grob skizzierte Kind etwas erhöht hinter den beiden auf einem Baumstamm und lenkt den Jungen mit einem Zweig ab.
Im Sujet weist die Skizze Ähnlichkeiten mit einem Bildnis auf, das mit »1801« signiert ist, aber wahrscheinlich bereits um 1798/99 begonnen wurde und die drei Kinder des Künstlers zeigt (Sammlung Thyssen-Bornemisza): ebenfalls vor einem Baum spielend und mit einem Tisch im Vordergrund hüllen dort Caroline (1783-1842) und Betty (1787-1867) ihren Bruder Karl Wilhelm Tischbein (1797-1855) in ein weißes Laken. Wahrscheinlich entstand die Ölskizze im Umkreis dieses Gemäldes.
Kinder, die unbefangen ins Spiel vertieft sind und sich unbeobachtet fühlen, waren ein beliebtes Motiv, um Natürlichkeit und Ursprünglichkeit zum Bildthema zu machen, was hier durch die Urwüchsigkeit des Gartens noch unterstützt wird. Gerade in englischen Kinderbildnissen wurde der Eindruck der Ungezwungenheit dadurch suggeriert, dass Kinder in Bewegung oder beim Spiel gezeigt sind. Im Werk Tischbeins taucht dieses Motiv um 1800 mehrfach auf. Es findet sich auch auf drei Federzeichnungen, die etwa zur selben Zeit entstanden sein dürften. Dort sammeln Kinder Beeren, turnen auf einem Sessel oder ziehen ein jüngeres Kind in einem Wagen (MHK, Graphische Sammlung, Inv. Nr. GS 4497, 4496 u. 4494).

AK Leipzig 1912, Nr. 801; Biehl 1912, S. 278 m. Abb.; Gronau 1913, Sp. 315; Kat. Kassel 1913, S. 68, Nr. 851; Stoll 1923, S. 203; Kat. Kassel 1929, S. 80, Nr. 851; AK München 1930, Nr. 322 m. Abb. (Gemälde); Landsberger 1931, S. 142; Thieme/Becker, Bd. 33, 1939, S. 208; AK Kassel 1946, Nr. 37; Kat. Kassel 1958, S. 153, Nr. 851; Franke 1993, Bd. 2, Nr. 466 (Gemälde) u. 570 (Ölskizze).



Letzte Aktualisierung: 31.01.2017


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