Die Muse Klio (Die neun Musen)



Die Muse Klio (Die neun Musen)


Inventar Nr.: GK 695 (1875/732)
Bezeichnung: Die Muse Klio (Die neun Musen)
Künstler: Johann Heinrich d. Ä. Tischbein (1722 - 1789)
Datierung: 1780
Geogr. Bezug: Kassel
Material / Technik: Leinwand
Maße: 38 x 47 cm (Bildmaß)
Umzug NG: 43,7 x 52,6 x 3,3 cm (Objektmaß)
Provenienz:

im Auftrag von Landgraf Friedrich II.

1804 Schloss Wilhelmshöhe, Corps de logis, zweites Geschoss, in einem Vorzimmer der Bibliothek

1815 Schloss Wilhelmshöhe, Erdgeschoss, Marmorsaal

1829 Gemäldegalerie

Beschriftungen: Signatur: bez. l. (auf der Säulenbasis): J. H. Tischbein Sen pinx. 1780


Katalogtext:
Klios Haupt wird von einem Lorbeerkranz geschmückt, in der Rechten hält sie die Ruhm verkündende Tuba. Auf dem Mauervorsprung, auf den sie den Arm stützt, liegt eine Schriftrolle mit ihrem Namenszug und der Aufschrift »Thukydides«. Nach Cesare Ripas Empfehlung soll Klio in der Hand ein Buch des griechischen Geschichtsschreibers Thukydides halten, da diese Muse seit Vergil als Erfinderin der Geschichte gilt. Thukydides hatte im 4. Jahrhundert v. Chr. sein Werk über den Peloponnesischen Krieg verfasst und gehört neben Herodot zu den ersten Geschichtsschreibern.
Die imposanten Bauwerke in Tischbeins Darstellung, auf die Klio den Betrachter mit ihrem linken ausgestreckten Arm ausdrücklich hinweist, sind keine exakten Darstellungen bestimmter Denkmäler, sondern evokative Zitate verschiedener Gattungen von Monumenten des antiken Rom: Versatzstückhaft angeordnet sind dort ein eintoriger Bogen mit einer Quadriga und zwei Siegesmalen im Stil stadtrömischer Bogenmonumente, eine Pyramide, eine Säule und ein Rundtempel. Während die Pyramide an die Cestius-Pyramide erinnert, könnte mit der Säule sowohl die Trajans- als auch die Marc-Aurel-Säule gemeint sein, da der Reliefschmuck nicht dargestellt ist. Der Rundtempel erinnert schließlich an den bereits im 15. Jahrhundert unter Papst Sixtus IV. abgerissenen Rundtempel, die »aedes Aemiliana Herculis«, der nur noch in Zeichnungen von Pirro Ligorio und Baldassare Peruzzi überliefert ist.
Eine lavierte Federzeichnung, die Tischbein mit »1779« signiert hat, stimmt bis auf gewisse Abweichungen des Hintergrundes mit dem vorliegenden Gemälde überein (Darmstadt, Hessisches Landesmuseum, Inv. Nr. HZ 406).

Döring 1804, S. 15, Nr. 3-11; Verzeichnis Wilhelmshöhe 1815, Nr. 83; Kat. Kassel 1819, S. 128, Nr. 806; Kat. Kassel 1830, S. 149, Nr. 933; Kat. Kassel 1877, S. 75, Nr. 875; Kat. Kassel 1888, S. 380, Nr. 660; Bahlmann 1911, S. 74, Nr. 18; Kat. Kassel 1913, S. 69, Nr. 695; Kat. Kassel 1958, S. 156, Nr. 695; Steinby 1996, S. 385 (zum Rundtempel); Tiegel-Hertfelder 1996, S. 115 u. 364, G 98, S. 419, Z 70.



Letzte Aktualisierung: 14.11.2016


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