Allegorie auf die glückliche Regierung des Landgrafen



Allegorie auf die glückliche Regierung des Landgrafen


Inventar Nr.: GK 1063a (1875/1496)
Bezeichnung: Allegorie auf die glückliche Regierung des Landgrafen
Künstler: Johann Heinrich d. Ä. Tischbein (1722 - 1789)
Datierung: 1764
Geogr. Bezug: Kassel
Material / Technik: Leinwand
Maße: 144 x 65,3 cm (oben halbrund geschlossen, unten segmentförmig ausgeschnitten) (Bildmaß)
Provenienz:

erworben 1969 von Landgraf Philipp von Hessen

1772 Orangerie, Kabinett

im Auftrag von Landgraf Friedrich II.

Beschriftungen: Signatur: bez. u.l. (auf dem Steinsockel): JHTischbein (Initialen ligiert) Pinx: 1764.
Beschriftung: verso Aufkleber: kurfürstlich Nr. 413


Katalogtext:
Das Fürstenlob in gelehrten Allegorien zu verkünden, wie sie in Ikonologien und Emblembüchern kanonisch festgeschrieben waren, gehörte zu den geläufigen Aufgaben des Hofkünstlers (GK 941, 1875/745). Im vorliegenden Gemälde, das dem Bildtypus höfischer Huldigungsbilder entspricht und die Herrschertugenden des Hauses Hessen-Kassel versinnbildlicht, sitzt die Allegorie der landgräflichen Regierung als thronende Hauptfigur mit einem Szepter in der Rechten und in einem weißen Gewand und hermelingefüttertem, goldfarbenem Mantel zu Füßen einer Pyramide. Durch Cesare Ripas »Iconologia« war die Pyramide ein bekanntes Symbol für den Ruhm des Herrschers. Den Blick nach oben gerichtet, wird sie gekrönt von Minerva, die zugleich Göttin der Weisheit und der klugen Kriegsführung wie auch Schutzpatronin der Künste und Wissenschaften ist. Minerva fliegt von rechts in einem wehenden blauen Mantel auf einer Wolke herbei und hält in der erhobenen rechten Hand einen Lorbeerkranz, in der linken die Lanze und den Schild mit dem Gorgonenhaupt. Zur Linken und Rechten der landgräflichen Regierung sitzen die beiden Herrschertugenden Klugheit und Gerechtigkeit. Prudentia hält in den Händen den Spiegel und einen Stab, um den sich eine Schlange windet – Symbol ihres Wissens. Justitia, deren Augen verbunden sind, hat die Doppelwaage in der linken und die Lanze in der rechten Hand.
Das Gemälde war Teil einer Wanddekoration »in einem Kabinette des Fürstlichen Orangeriegebäudes zu Cassel« (Engelschall 1797, S. 104). Landgraf Karl (1654-1730) hatte die Orangerie zwischen 1701 und 1710 als Sommersitz in der Kasseler Aue errichten lassen. Auch noch sein Enkel Landgraf Friedrich II. bewohnte die Residenz in den Sommermonaten und veranstaltete dort während der Oberneustädter Messe Konzerte und Maskenfeste für seine auswärtigen Gäste. Er nahm in der Innenausstattung gewisse Veränderungen vor, in deren Zusammenhang er wohl auch Tischbein mit dem Gemälde beauftragte. In den Kabinett-Rechnungen zum Jahr 1764 findet sich unter den Ausgaben »für Mahlereyen« ein Eintrag vom 20. November, der sich auf die Allegorie beziehen könnte: »zum Gemälde in die Garderobe und Orangerie an den Professor Tischbein – 200 Reichsthaler« (StAM, Rechnungen II, Kassel 655, 1764).

Deutsches Museum 1777, S. 371, Nr. 71; Meusel 1, S. 144; Engelschall 1797, S. 104, Nr. 47; Kat. Kassel 1819, S. 131, Nr. 825; Kat. Kassel 1830, S. 153, Nr. 952; Holtmeyer, Bd. VI, 1923, S. 332-335 (zur Orangerie); AK Kassel 1964, S. 10, Nr. 21; AK Kassel 1979, S. 157, Nr. 14; AK Kassel 1989, S. 172, Nr. 54.



Letzte Aktualisierung: 14.09.2016


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