Bischof Erasmus aus dem Kloster Aulis auf Kreta



Bischof Erasmus aus dem Kloster Aulis auf Kreta


Inventar Nr.: AZ 1998/4
Bezeichnung: Bischof Erasmus aus dem Kloster Aulis auf Kreta
Künstler: Johann Heinrich d. Ä. Tischbein (1722 - 1789)
Datierung: 1767
Geogr. Bezug: Kassel
Material / Technik: Leinwand
Maße: 113 x 97 x 12 cm mit Rahmen (Objektmaß)
83 x 70,5 cm (Bildmaß)
108 x 96,5 x 11 cm ohne Rahmen (Objektmaß)
Provenienz:

1790 in Tischbeins Nachlass

seit dem ersten Drittel des 19. Jh. Friedrich Siegmund von Meyer, Staatsrat und -minister Wilhelms II., Kassel

erworben 1998 von Nachfahren der Familie Meyer, Kassel

Beschriftungen: Signatur: bez. verso: Erasmus Aulonites Cretensis Arcadiae Episcopus. Casselis. Nov. 1767 Pinx. J. H. Tischbein


Katalogtext:
Der Bischof sitzt an einem Tisch mit Büchern, den Kopf in die rechte Hand gestützt, und blickt mit nachdenklich versunkener Miene frontal in Richtung des Betrachters. Er trägt die außerliturgische Amtskleidung eines griechisch-orthodoxen Bischofs, den grauen Mantel mit dem hellen Leibrock darunter und die schwarze Kopfbedeckung, den Kamelauchion, der das Gesicht mit dem langen dunklen Bart rahmt. Während die Gesichtszüge und die rechte Hand, auf die das Licht von links oben fällt, präzise wiedergegeben sind, hat Tischbein die hellen Kleider unter dem Mantel nur mit breiten Pinselstrichen locker skizziert. Auch die linke Hand und die Bücher, deren rotbrauner Rücken mit der grünen Tischdecke komplementär kontrastiert, sind wenig ausgearbeitet.
Der Aufenthalt des Erasmus aus dem kretischen Kloster Aulis in Kassel im Herbst 1767 ist in der »Casselischen Policey- und Commercien-Zeitung« dokumentiert, die in jeder Ausgabe namentlich den Ein- und Ausgang an den Kasseler Stadttoren sowie die Unterkunft der Fremden publizierte. Dort heißt es unter »Neue-Thor«: »Den 18ten [November]: Hr. Erasmus, ein griechischer Priester, log. eben daselbst (Goldener Engel)« (47. Stück, S. 611). Es ist nicht bekannt, aus welchem Anlass Tischbein das Porträt malte, das aus seinem Nachlass stammt und das einzige seiner Werke ist, das einen kirchlichen Würdenträger wiedergibt. Auch weiß man nicht, warum der kretische Bischof nach Kassel kam.

Tischbein, Nachlassverzeichnis, S. 8, Nr. 85; Engelschall 1797, S. 127, Nr. 80.


Literatur:
  • Marianne Heinz u.a.: 3x Tischbein und die europäische Malerei um 1800. Kassel/Leipzig/München 2005, Kat.Nr. 49, S. 166.


Letzte Aktualisierung: 04.05.2017


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