Wilhelmine Caroline Amalie Tischbein



Wilhelmine Caroline Amalie Tischbein


Inventar Nr.: LM 1938/62
Bezeichnung: Wilhelmine Caroline Amalie Tischbein
Künstler: Johann Heinrich d. Ä. Tischbein (1722 - 1789)
Datierung: um 1780/1785
Geogr. Bezug: Kassel
Material / Technik: Leinwand
Maße: Umzug NG: 49,7 x 42,2 x 3,7 cm (Objektmaß)
35,8 x 27,6 cm (Bildmaß)
Provenienz:

erworben 1938 von dem Kunsthändler Dr. Rolph Grosse, Berlin


Katalogtext:
Vor hellbraunem Grund als Halbfigur im Profil nach rechts gewandt, sitzt Tischbeins ältere Tochter Amalie auf einem grünen Fauteuil an einem Tisch mit einem Zeichenbrett. In der rechten Hand hält sie eine Feder. Ihr Blick ist in die Ferne gerichtet, als würde sie einen Gegenstand fixieren. Sie trägt ein gelbes Seidenkleid mit halblangen Ärmeln und ein weißes Brusttuch mit Spitzenbordierung. Ihr grau gepudertes Haar ist über der Stirn hochtoupiert und fällt hinter den Ohren in Locken herab.
Tischbein hat seine Tochter verschiedentlich beim Zeichnen festgehalten. Engelschall, Tischbeins erster Biograph, hat derartige Porträts der Tochter mit schwärmenden Worten beschrieben; zu einem 1777 gemalten Bildnis findet man etwa: »Die reizende Schönheit sitzt vor einem seitwärts angebrachten Tische; ihre linke Hand ruht auf einem dagegen angelehnten Zeichenbrett, so, daß der obere mit Papier bedekte Theil deselben gegen das Bildnis gekehret ist, und der Betrachter die im Schatten stehende Rückseite erblikt. Mit den drei ersten Fingern der rechten Hand hält sie sehr niedlich die Reissfeder. Sie scheint die Hand nach einem gemachten Zug aufgehoben zu haben, und wendet den Kopf nach der rechten Seite, als ob sie von jemand angeredet würde [...]« (Engelschall 1797, S. 52).
Einen Anhaltspunkt für die Datierung der vorliegenden, recht detailliert ausgeführten Studie bietet das um 1780/85 entstandene Familienbildnis aus Tischbeins Wohnhaus, das den Maler mit seinen beiden Töchtern und Schwiegersöhnen zeigt und das im Zweiten Weltkrieg in Berlin verbrannte. Dort sitzt Amalie in vergleichbarer Pose, ebenfalls im Profil nach rechts gewandt, an einem Tisch mit einer Feder in der Hand.

AK Kassel 1989, S. 191, Nr. 8; Flohr 1997, S. 271, Ö 10; AK Gotha 1999, S. 347 (nur biograph. Angaben mit weiterer Lit.).


Literatur:
  • Sitt, Martina: aufgedeckt. Malerinnen im Umfeld Tischbeins und der Kasseler Kunstakademie 1777-1830. Hamburg/Berlin 2016, Kat.Nr. 25, S. 27.


Letzte Aktualisierung: 03.04.2017


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