Marianne Kister



Marianne Kister


Inventar Nr.: AZ 1982/8
Bezeichnung: Marianne Kister
Künstler: Johann Heinrich d. Ä. Tischbein (1722 - 1789), Schule
Datierung: um 1770
Geogr. Bezug: Kassel
Material / Technik: Leinwand
Maße: Umzug NG: 57,0 x 46,0 x 3,5 cm (Objektmaß)
51 x 40,5 cm (Bildmaß)
Provenienz:

erworben 1982 von Gisela Hauptmann, Kassel, einer Nachfahrin der Familie von Rohden

Beschriftungen: Beschriftung: bez. verso (von fremder Hand): Marianne Kister/J. H. Tischbein/1770


Katalogtext:
Die als Pendant angelegten Porträts der Schwestern Kister, die – laut einer alten Aufschrift – 1770 entstanden sein sollen, zeigen die beiden jungen Frauen einander zugewandt vor neutralem dunkelbraunem Grund (vgl. AZ 1982/7). Dem zeitgenössischen Modestil entsprechend, trägt Jeanne Marie Alexandrine Kister (1756-1814), Marianne genannt, ein dunkelgraues Kleid mit weißem Spitzeneinsatz am Dekolleté und einer weiß-rosa gestreiften Schleife. Um den Hals liegt eine breite weiße Perlenkette, das hell gepuderte Haar ist mit bunten Kunstblumen und einer schwarzen Hahnenfeder geschmückt. In Typus und Bildaufbau, in der Malweise und in den modischen Accessoires entspricht das Bildnis – ebenso wie die drei anderen Halbfigurenbildnisse der Familie Kister/Rohden (AZ 1982/5-7) – dem Porträtstil von Johann Heinrich Tischbein d. Ä.
Der Vater der Schwestern Kister, Georg Nikolaus, war Rat beim Kasseler Kommerzienkollegium und gehörte zu der 1771 gegründeten Freimaurerloge »Zum gekrönten Löwen«, zu deren Mitgliedern zahlreiche höhere Hof- und Verwaltungsbeamte zählten, darunter auch Johann Heinrich Tischbein d. Ä. und sein Neffe Friedrich August Tischbein. Marianne Kister heiratete 1776 den Freimaurer und Goldfabrikanten Henri Descoudres (1749-1825). Einige Personen, die Tischbein d. Ä. oder seine Schüler porträtiert haben, entstammten diesem »familiären freimaurerischen Beziehungsgeflecht« (Wörner-Heil 2000, S. 240) unter Landgraf Friedrich II.


Literatur:
  • Casseler Policey- und Commerzien-Zeitung. 1756, S. 192.
  • Thiele, Helmut: Einwohner und Familien der Stadt Kassel. Eheschließungen, Geborene, Verstorbene 1731-1839. Kassel 1986, S. 332 (Bd. 3).
  • Wörner-Heil, Ortrud: Die Mitglieder der Freimauererlogen in Kassel 1766 bis 1824. Kassel 1998, S. 14-22.
  • Wörner-Heil, Ortrud: "Extreme Familiarität und Gleicheit". Freimaurerlogen in Kassel von 1766 bis 1794. In: Wunder, Heide; Vanja, Christina, Wegner; Karl-Hermann [Hrsg.]: Kassel im 18. Jahrhundert. Residenz und Stadt (2000), S. 229-261, S. 240.
  • Heraeus, Stefanie [Bearb.]; Eissenhauer, Michael [Hrsg.]: Spätbarock und Klassizismus. Bestandskatalog der Gemälde in den Staatlichen Museen Kassel. Kassel [u.a.] 2003, Kat.Nr. 289, S. 319-320.


Letzte Aktualisierung: 04.10.2017


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