Ernestine Henriette Tischbein, Ölskizze



Ernestine Henriette Tischbein, Ölskizze


Inventar Nr.: GK 853 (1875/1212)
Bezeichnung: Ernestine Henriette Tischbein, Ölskizze
Künstler: Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751 - 1829)
Datierung: um 1820
Geogr. Bezug: Eutin
Material / Technik: Leinwand, doubliert
Maße: 41 x 33 cm (Bildmaß)
Umzug NG: 57,5 x 50,0 x 7,0 cm (Objektmaß)
Provenienz:

erworben 1912 als Geschenk des Generalmajors Hackewessel, Kassel, dessen Frau eine Nachfahrin des Malers war


Katalogtext:
Tischbein hat in dieser großzügig angelegten Studie seine zweitälteste Tochter Ernestine Henriette (1806-1884) porträtiert. Im Brustbild, den Oberkörper leicht nach links gedreht, blickt sie frontal in Richtung des Betrachters. Auf jegliches Beiwerk ist verzichtet. Die strengen, klaren Gesichtszüge und die hochgesteckte Frisur mit dem Knoten über der Stirn und der seitlich herabfallenden, gedrehten Haarlocke sind an der Antike orientiert. Wirkungsvoll unterstützt wird dies durch das grob skizzierte orangebraune Tuch, das über den nackten Schultern liegt.
Die Identifizierung des Porträts stützt sich auf Tischbeins »Bildnis der Gattin des Künstlers mit ihren fünf Töchtern« (Privatbesitz), das in das Jahr 1812 datiert wird. Dort spielt die zweitälteste Tochter Ernestine Henriette mit der Flamme einer Kerze, wodurch sie besonders hervorgehoben wird. Ihre hochgesteckten Haare mit der seitlich herabfallenden Locke sind ähnlich dargestellt wie in der Kasseler Studie, vor allem stimmen die Gesichtszüge deutlich überein.
Tischbeins Töchter standen ihrem Vater wiederholt Modell. Ölskizzen dieser Art hat Tischbein häufig für seine Historienbilder verwendet. In dem bekannten Gemälde »Einer den andern gemalt« aus dem Jahr 1782 (Frankfurt/Main, Goethe-Museum), das sein Atelier zeigt, hat er derartige Studien mit Köpfen alter Männer an der Rückwand des Raumes drapiert.

Gronau 1913, Sp. 316; Kat. Kassel 1913, Nr. 853; Gronau 1923, S. 69; Kat. Kassel 1929, Nr. 853; Luthmer 1934, S. 29, Nr. 156; Kat. Kassel 1958, S. 158, Nr. 853; Herzog 1967b, o. S.; AK Bregenz 1968, Nr. 446, Abb. 204; AK Oldenburg 1987, Nr. 254 (zum »Bildnis der Gattin des Künstlers mit ihren fünf Töchtern«); Friedrich/Heinrich/Holm 2001, S. 16.



Letzte Aktualisierung: 30.01.2017


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