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Landgraf Carl von Hessen-Kassel und seine Familie



Landgraf Carl von Hessen-Kassel und seine Familie


Inventar Nr.: GK 327
Bezeichnung: Landgraf Carl von Hessen-Kassel und seine Familie
Künstler: Philip van Dijk (1683 - 1753), Maler/in
Dargestellt: Carl Landgraf von Hessen-Kassel (1654 - 1730)
Wilhelm VIII. Landgraf von Hessen-Kassel (1682 - 1760)
Friedrich I. König von Schweden (1676 - 1751)
Ulrike Eleonore Königin von Schweden und Herzogin von Bremen-Verden (1688 - 1741)
Philip van Dijk (1683 - 1753)
Maria Anna Amalia Landgräfin von Hessen-Kassel (1653 - 1711)
Johan Willem Friso van Oranje-Nassau (1687 - 1711)
Marie Luise Fürstin von Nassau-Diez (1688 - 1765)
Anna Charlotte Amalie Markgräfin von Baden-Durlach (1710 - 1777)
Wilhelm IV. Fürst von Oranien-Nassau (1711 - 1751)
Dorothea Wilhelmine Landgräfin von Hessen-Kassel (1691 - 1743)
Leopold von Hessen-Kassel (1684 - 1704)
Wilhelmine Charlotte Hessen-Kassel (1695 - 1722)
Friedrich II. Landgraf von Hessen-Kassel (1720 - 1785)
Maria Amalie Landgräfin von Hessen-Kassel (1721 - 1744)
Georg Prinz von Hessen-Kassel (1691 - 1755)
Sophie Charlotte Herzogin von Mecklenburg-Schwerin (1678 - 1749)
Maximilian Landgraf von Hessen-Kassel (1689 - 1753)
Friederike Charlotte Prinzessin von Hessen-Kassel (1698 - 1777)
Ulrike Friedrike Wilhelmine Herzogin zu Oldenburg (1722 - 1787)
Datierung: 1725
Geogr. Bezug: Deutschland, Kassel
Material / Technik: Öl
Maße: 95 x 134 cm (Bildmaß)
Provenienz:

Landgräfliche Sammlung, Kassel, Inv. Nr. Gen. Kat. I 12275

Beschriftungen: Signatur: P. van Dyck fecit 1725


Katalogtext:
Das aufwendig inszenierte Familienporträt steht für den hohen Anspruch der Landgrafschaft von Hessen-Kassel in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, indem die vielen durch geschickte Heiratspolitik gebildeten dynastischen Beziehungen zu anderen Herrscherhäusern in Europa ins Bild gesetzt werden. In der Mitte steht der Ideengeber für das Gruppenbild, Prinz Wilhelm (der spätere Landgraf Wilhelm VIII.), der seinem rechts von der Bildmitte sitzenden Vater Landgraf Carl ein Gemälde der Vermählung des Erbprinzen Friedrich mit der schwedischen Königstochter Ulrike Eleonore im Jahre 1715 präsentiert, das der Maler Philip van Dijk in den Händen hält. Es stammt mutmaßlich ebenfalls von ihm, ist aber heute verschollen. Dass es sich keinesfalls um eine reale Familienszene handelt, verdeutlichen die verschiedenen, bereits verstorbenen Familienmitglieder. Als erstes ist hier Carls rechts neben ihm sitzende Ehefrau Maria Amalie zu nennen, die bereits 1711 verstorben war (vgl. Kat.-Nr. III.2). Im selben Jahr starb auf tragische Weise der Statthalter von Friesland Johann Wilhem Friso von Nassau-Diez, der am linken Bildrand zu erkennen ist. Er war mit Marie Luise von Hessen-Kassel verheiratet, die ihre Tochter Charlotte Amalie an der Hand hält; der Sohn Wilhelm Carl Heinrich Friso, später Statthalter Wilhelm IV. der Niederlande, ist in der Bildmitte neben seinem Großvater Landgraf Carl dargestellt. Im Anschluss an Marie Luise sind ihre Schwägerin Dorothea Wilhelmine, die seit 1717 mit Prinz Wilhelm verheiratet war, jedoch seit 1725 – dem Jahr der Entstehung des Gemäldes – wegen ihrer Geisteskrankheit fernab des Hofes lebte. Neben ihr steht Leopold von Hessen-Kassel, der im Spanischen Erbfolgekrieg fiel. Prinz Wilhelm befindet sich in der Bildmitte in einer Gruppe mit seiner 1722 verstorbenen Schwester Wilhelmine Charlotte und seinem Sohn Friedrich (später Landgraf Friedrich II.) dargestellt; die Tochter Marie Amalie, rechts unten stehend, nimmt von ihrem Onkel, Prinz Georg, Blumen in Empfang. Hinter dem Landgrafenpaar Carl und Maria Amalie erkennt man die älteste Tochter Sophie Charlotte, deren 1713 verstorbener Gatte Friedrich Wilhelm von Mecklenburg erstaunlicherweise nicht aufgenommen wurde. Überragt wird Sophie Charlotte von ihrem Bruder Maximilian mit Gemahlin Friederike Charlotte; deren Töchterchen Ulrike Friederike sitzt zu Füßen der Landgräfin und spielt mit einem Hündchen. Rechts das schwedische Königspaar Friedrich und Ulrike Eleonore und weitere Söhne des Landgrafen, Carl und Ludwig, die beide im Verlauf des Spanischen Erbfolgekriegs gestorben waren.
Hinterfangen wird dieses Panorama europäischer Verwandtschaftsbeziehungen von der nobilitierenden Kolonnade, die links den Blick freigibt auf den Carlsberg mit dem monumentalen, von Herkules bekrönten Oktogon.
(J. Lange, 2018)


Inventare:
  • Summarisches Inventarium. Über die in dem königl. und hoch-fürstl. Kunst-Hause so genannten Medaillen-Cammer befindlichen Pretiosa und anderen Sachen. 1744 / 1747, S. 174, Nr. 26.
Literatur:
  • Aubel, L.; Eisenmann, Oscar: Verzeichniß der in der Neuen Gemälde-Galerie zu Cassel befindlichen Bilder. 2. Aufl. Kassel 1878, Kat.Nr. 764, S. 67.
  • Eisenmann, Oscar: Katalog der Königlichen Gemälde-Galerie zu Cassel. Nachtrag von C. A. von Drach. Kassel 1888, Kat.Nr. 300, S. XXXVIII, 197-199.
  • Schnackenburg, Bernhard: Gemäldegalerie Alte Meister Gesamtkatalog. Staatliche Museen Kassel. 2 Bde. Mainz 1996, S. 113.
  • Kopanski, Karlheinz W. [Hrsg.]; Weber, Karl [Hrsg.]: Das Marmorbad in der Kasseler Karlsaue. Ein spätbarockes Gesamtkunstwerk mit bedeutenden Skulpturen und Reliefs von Pierre Etienne Monnot. Regensburg 2003, S. 54.
  • Ekkehard Mai u.a.: Vom Adel der Malerei. Holland um 1700. Köln 2007, Kat.Nr. 12, S. 126.
  • Jagtenberg, Fred: Marijke Meu. 1688-1765. Stammoeder van ons vorstenhuis. Bornmeer 2015.
  • Joachimides, Alexis; Schreiter, Charlotte; Splitter, Rüdiger: Auf dem Weg zum Museum. Sammlung und Präsentation antiker Kunst an deutschen Fürstenhöfen des 18. Jahrhunderts. Kassel 2016, S. 127.
  • Suchtelen, Ariane van; Buvelot, Quentin: Genre Paintings in the Mauritshuis. Zwolle 2016, Kat.Nr. 11d, S. 98.


Letzte Aktualisierung: 06.11.2018


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